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Hawaii Inseln

Veröffentlicht von am Sonntag, 25 April 2010Ein Kommentar

bahamas_200Der Archipel der Hawaii-Inseln oder auch die Kette der Hawaii-Inseln, wie sie geographisch korrekt genannt werden, besteht aus insgesamt 132 Inseln, Inselchen, Riffen und Meeresfelsen. Diese Kette zieht sich von der südlichsten Insel, die selbst den Namen Hawaii trägt, bogenförmig in nördlicher Richtung über eine Gesamtlänge von knapp 2 600 km mit dem Kure- Atoll als nördlichstem Punkt. Bis zur amerikanischen Westküste sind es rd. 4 700 km oder fünf Flugstunden, bis nach Japan 6 200 km (7,5 Flugstunden) und nach Sydney 8 000 km (11,5 Stunden). Die Hawaii-Inseln liegen inmitten des Pazifiks und werden von Romantikern gern der Südsee zugerechnet, zumal sie zum großräumigen Polynesischen Dreieck, das sich über Tahiti und die Osterinsel bis nach Neuseeland hinzieht, gehören. Natur, Klima und Menschenschlag haben in der Tat vieles mit den südlich des Äquators lebenden Völkern gemeinsam. Falsch ist jedoch die Annahme, daß die Hawaii-Inseln im Südpazifik liegen. Mit 19° nördlicher Breite reichen sie knapp an den nördlichen Wendekreis der Sonne und befinden sich somit auf gleicher Höhe wie Casablanca oder Mexico City, sind also Teil der nördlichen Hemisphäre. Nur sieben dieser sich in den Weiten des Pazifischen Ozeans verlierenden Inseln sind bewohnt, von denen eine (Niihau) für Besucher jedoch nur in sehr eingeschränktem Maße zugänglich ist.

Mit einer weiteren unbewohnten Insel bilden sie die Gruppe der sogenannten acht Hauptinseln, die allesamt am südlichen Ende der Kette angesiedelt sind. Sie machen auch den Löwenanteil der Landmasse aus: Hawaii (10458 km²), Maui (1888 km²), Oahu (1574 km²), Kauai (1432 km²), Molokai (676 km²), Lanai (362 km²) sowie Niihau (190 km²) und die Lanai vorgelagerte Insel Kahoolawe (117 km²). Diese 16697 km² nehmen praktisch die Gesamtoberfläche von 16 705 km² aller Hawaii-Inseln für sich in Anspruch. Die restlichen 8 km² verteilen sich auf etwa 125 Inseln, Atolle und Felsen, die so vielfältige Namen wie Nihoa, Necker, Französische Frigat-Sandbank, Pearl, Hermes-Riff etc. tragen. Von einiger Bedeutung sind lediglich die Midway-Inseln, die verwaltungsmäßig, seit sie 1903 direkt der amerikanischen Marine unterstellt wurden, nicht zur Hawaii-Gruppe gehören. Das von der Fläche her nur einen mittleren Platz einnehmende Oahu mit der Hauptstadt Honolulu und 80% der Gesamtbevölkerung ist das politische und wirtschaftliche Zentrum der Inselgruppe. Zur Abgrenzung von dieser Hauptinsel werden die übrigen Eilande unter dem Begriff »Nachbarinseln« oder (etwas hochmütig) »Außeninseln« zusammengefaßt. Den Makel einer Herabstufung zu zweitrangigen Nebeninseln haben sie jedoch durch die Anfügung von einladenden Beinamen wie Garten-Insel (Kauai), Freundliche Insel (Molokai), Tal-Insel (Maui) und schon etwas prosaischer Geister- oder Ananas-Insel (Lanai) wettgemacht.

0000009f070f99028_200Das Attribut Orchideeninsel für Hawaii hat sich trotz aller Bemühungen nicht durchsetzen können, so daß es bei dem die Größe anzeigenden Big Island geblieben ist. Die Doppelbezeichnung Hawaii sowohl für die Große Insel (Big Island) als auch für die gesamte Gruppe führt immer wieder zu Verwechslungen, zumal der Name Oahu für die Hauptinsel wenig bekannt ist. Im täglichen Sprachgebrauch hat es sich eingebürgert, zwischen »in« und »auf« Hawaii zu unterscheiden: Wenn jemand »auf« Hawaii lebt, ist damit die Große Insel gemeint, schlägt man seine Zelte »in« Hawaii auf, kann es auf irgendeiner beliebigen Insel des Archipels sein. Erdgeschichtlich sind die Hawaii- Inseln erst recht spät, im mittleren Tertiär, entstanden und gehören zu den jüngsten Landmassen unseres Planeten. Über einen Zeitraum von etwa 15 Mill. Jahre hinweg sind sie vor 25 bis 40 Mill. Jahren aus dem tiefen Dunkel des Pazifiks durch vulkanische Eruptionen an die Wasseroberfläche emporgewachsen. Und es dauerte noch einmal 20-25 und möglicherweise mehr Mill. Jahre bis zur Entstehung des Hawaii-Bogens in seiner jetzigen Gestalt. Was sich heute als Inseln darstellt, sind dabei nur kleine, bis über 4000 m über der Wasseroberfläche herausragende Spitzen riesiger Berge oder sogenannter Schildvulkane. Sie steigen aus einer Tiefe von 5 500 m steil auf und erreichen mit dem »schlafenden« Vulkan Mauna Kea (4205 m) und dem noch tätigen Mauna Loa (4169 m) auf der Großen Insel zwar nur durchschnittliche Höhen, übertreffen aber, rechnet man vom Fundament aus, mit über 9 100 m den Mount Everest. Ihre Entstehungsgeschichte erstreckt sich über 3 Mill. Jahre: 2 Mill. Jahre bis zur Wasseroberfläche und 1 Mill. Jahre bis zu ihrer derzeitigen Höhe. Die einzelnen Inseln bzw. was heute davon in Form von Atollen, Sandbänken und Felsen

übriggeblieben ist, sind über Jahrmillionen nacheinander von Nordwesten nach Südosten entstanden. Diese zeitliche Abfolge ist darauf zurückzuführen, daß die Hawaii-Gruppe auf einem jährlich 5-8 cm nach Norden ziehenden Teil der Erdkruste, dem Pazifikschild, ruht. Durch die langsame Verschiebung eines neugebildeten Vulkankegels gen Norden wurde die darunterliegende Austrittsstelle der flüssigen Magma immer wieder freigelegt: Wie am Fließhand entstanden stets neue Vulkanberge. Während die ersten und ältesten Inseln im Norden durch Wind, Regen und Flutwellen nach rd. 30 Mio. Jahren abgetragen wurden und teilweise in das Dunkel des Meeres zurückfielen, ist die von den alten Hawaiiern gefürchtete Göttin der Vulkane, die Feuergöttin Pele, auf der jüngsten (erst 700 000 Jahre alten), aber möglicherweise keineswegs letzten Insel Hawaii am Mauna Loa noch immer tätig. Mit dem fortdauernden Abdriften des Pazifikschildes werden die heute tätigen Vulkane eines Tages gleichfalls erlöschen und Platz für die Geburt einer neuen Insel schaffen. Sorgen braucht sich der Tourist deshalb nicht zu machen. Solche Prozesse spielen sich über größere Zeiträume ab, und gelegentliche Vulkanausbrüche in der jüngsten Geschichte haben keine bedrohlichen Ausmaße angenommen. Bis zum »Auftauchen« der nächsten Insel werden noch einige Jahrtausende vergehen. Zur Zeit liegt der Gipfel der bereits auf den Namen Loihi getauften Insel 30 km östlich von Big Island noch 800 m unter dem Meeresspiegel. Durch die riesigen Entfernungen zu den nächsten größeren Landmassen blieben die Hawaii-Inseln lange Zeit vegetationslos. Mit den Vögeln und durch Anschwemmungen gelangten Insekten und Samenkörner auf die einsamen, durch Wind und Wetter zerklüfteten Eilande und schufen so die Lebensgrundlage für eine spätere Besiedelung.

Ein Kommentar »

  • Nico (Autor) sagt:

    Die Hawaii Inseln sind wirklich einzigartig. Besonders die großen Inseln sind sehr sehenswert.

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